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Methoden (II)

Frameworks

Ein Framework ist eine wiederverwendbare Softwarearchitektur, die eine generische Struktur und ein generisches Verhalten für eine Familie von Softwareanwendungen in einem Kontext bietet, der ihr Zusammenspiel spezifiziert. Ein Framework kann als vorgefertigte Struktur oder als Muster für eine lauffähige Anwendung angesehen werden, die Schnittstellen - plug-points oder hot spots genannt - für nicht implementierte bzw. überschreibbare Implementierungen zur Verfügung stellt.

Um eine vollständige Anwendung auf der Basis eines Frameworks zu erstellen, müssen fehlende Teile üblicherweise als Call-back-Funktionen ergänzt werden, die der Framework an den plug-points aufruft. Im Gegensatz zur Anwendung von Bibliotheksklassen stellt der Framework den Steuerfluß für die Anwendung zur Verfügung. Der Anwendungsprogrammierer muß deshalb lediglich verschiedene Anwendungskomponenten erstellen und integrieren. Aus dem Konzept von Softwarekomponenten als direkte Konsequenz aus Frameworks resultieren aber auch neue Herausforderungen für die Entwicklung von Systemen.

D.h. insbesondere, daß der Entwicklungsprozeß folgende Aktivitäten integrieren muß:

  • Entwurf von wiederverwendbaren Komponenten basierend auf Verallgemeinerungen spezieller Funktionalität
  • Validierung und Integration von Komponenten unterschiedlicher Herkunft
  • Management von Komponenten

    Werkzeuge zur Anwendung von Frameworks bieten graphische Benutzeroberflächen und Verwaltungsunterstützung für Komponenten. Insbesondere für vertikale Frameworks kann die Oberfläche an spezielle Benutzererwartungen sehr gut angepaßt werden. Das vereinfacht gleichzeitig den Entwicklungsprozeß, da die anwendbaren Objektinteraktionsmöglichkeiten und damit die Menge umsetzbarer Entwurfsmuster durch den Framework vorgegeben sind.

    Entscheidend für ein Werkzeug sind außerdem die zur Verfügung stehenden Test- und Analysewerkzeuge sowie deren Integration in die Oberfläche.